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Vidim

Der Name Vidim ist zum ersten Mal im Jahre 1294 eingetragen, wenn Teil davon zum Kloster von Zbraslav gehörte und seit 1295 übte hier auch das Bistum von Prag gewisse Interessen aus. Zu Beginn des 14. Jhs. stand hier eine Festung und die Besitzer davon sind auch bekannt. Ein davon hiess Půla von Vidim, der Jindřich von Vidim beim Streit mit Mikuláš von Merunice, der damals Kostelce bei Tupadly hielt, vertrat. Bald darauf erwarb die Herrschaft Berka von Dubá, der seit 1320 das benachbarte Kokořín besass. 1402 kam es zur Verteilung Berkas Herrschaft und die Gemeinde Vidim, zusammen mit der Burg Čáp fiel zu Václav Berka von Dubá. Seitdem hatte die Herrschaft Vidim mehrere Besitzer, darunter sind folgende zu erwähnen: Ritter Mikuláš von Lobkovic, die Familie Smiřický von Smiřice. 1545 lässt sich Tobiáš Hrzán, Sohn von Václav Hrzán von Harasov, die Herrschaft Vidim, zusammen mit der Burg Houskasi in die Landtafel einzutragen. Noch in dem selben Jahrhundert kam es zu weiterer Verteilung unter den Brüdern der Familie Hrzán von Harasov, Jiří und Václav. Jiří erhielt den Teil von Vidim mit der Burg und dem Hof, weiter Olešno, Jestřebice, Dobřeň, Litno, Střezivojice, Vlkov, Blatečky und Tobož. Später kaufte sein Sohn Oldřich zur Herrschaft Vidim auch die Herrschaft von Kokořín und Stránecko. Nach dem Tod Oldřich Hrzáns verkaufte sein Sohn die Herrschaft im Jahre 1610 dem Kaiser und König Rudolf II.

Ein Jahr später verkauft der Nachfolger des Kaisers Rudolf II., Kaiser Matyas die ganze Herrschaft Václav (Senior) Berka von Dubá. Vidim kommt nach langer Zeit wieder in den Besitz der ehemaligen Familie zurück. Nicht jedoch für lange Zeit. Václav Berka war unter 30 Direktoren an der Spitze des Standesaufstands im Jahre 1618 gegen den König Ferdinand II. und nach verlorene Schlacht am Weissberg begleitete er Friedrich von Pfalz auf der Flucht von Böhmen aus. Zu jener Zeit empörten sich an der Herrschaft die Untertanen und überfielen die Vidim Festung und Hof, verheerten sie und in setzten sie in Brand. Feuer dehnte sich aufs Dorf hinaus, das fast gänzlich niederbrannte. Die beschlagnahmte Herrschaft von Vidim wurde Adam von Waldstein verkauft, der sie Albrecht Václav Eusebius Waldstein, dem Herzog von Frýdlant, der 1634 in Cheb ermordert war, überlassen hatte.

Zwei Jahre später wurde die zu beschlagnahmende Herrschaft Johann Böck, Waldsteins General, zum Lohn für Verrat an Herzog von Frýdlant, übergeben. Unter der Regierung seinen Sohns, Baron Böcks, verliess die Meiste von Einwohnern ihre Bauernhöfe und floh nicht nur von der Herrschaft, sondern auch vom Lande aus. In den Jahren 1661-1700 kommt es zur radikalen Germanisierung der ganzen hiesigen Region und besonders von Vidim, aus welcher Bevölkerung über eine Hälfte germanisiert worden war. Nach der Familie Böck wechselten sich die Besitzer der Herrschaft sehr schnell.

Früher war Vidim eine verhältnissmässig grosse Gemeinde mit über 700 Einwohnern, derzeit deren Anzahl kaum ein Drittel davon beträgt.

Vidim - DAS SCHLOSS

Das Schloss Vidim wurde in ehemaliger Horní Vidim gegenüber der Kirche des heiligen Martins erbaut. Die Jahreszahl 1696 der Entstehung des Bauwerks, wie am Pförtchen der Parkwand angeführt, ist nich vertrauenerweckend. Der Spätbarockstil des Gebäudes deutet an, dass das Schloss in der Mitte des 18. Jhs unter den Swertz-Sporken erbaut wurde.

Ursprünglich hatte es einen rechteckigen Grundriss und zwei Stöcke mit einem Prismaturm und einer Zwiebelkuppel in der Nordseite. Die Ostfassade mit dem Eintritt in den Park ist durch eine vorragende Leitwand, den Balkon im ersten Stock und durch einen, mit Vasen verzierten ausgeschnittenen Giebel betont. Gleichzeitig mit dem Schloss wurde auch ein ausgedehnter Park mit mehreren, mittels der Brücken überbrückten Bruchfeldern gegründet. Gegenüber der Hauptfassade befindet sich ein kleiner Pavillon. Die Parkverzierung wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jhs mit Statuen antiker Götter und putti ergänzt. Letzte Herrichtungen des Schlosses kommen aus dem Jahre 1898 her, wenn ein Pseudobarockflügel angebaut worden war.

Derzeit dient das Schloss Vidim, das mit einem schönen Park und manchen seltenen Holzbeständen umgegeben ist, zu Rentnerheim.

Bibligraphie: Die Chronik der Gemeinde Vidim